Die Vor- und Nachteile der 1:1 Ansicht

Jeder Fotograf arbeitet heutzutage nicht nur mit seiner Kamera, sondern nutzt seinen Computer oder Laptop für eine umfassende Nachbearbeitung. Schliesslich ist nicht jedes Bild gelungen und selbst gelungene Bilder können noch so bearbeitet werden, dass das Motiv noch besser in Szene gesetzt wird. Um die Schärfe beurteilen zu können, setzen die meisten Fotografen auf die 1:1 Ansicht und betrachten das geschossene Bild genaustens, um eventuelle Fehler und Wackler zu finden. Zwar hat sich diese „Messgrösse“ mittlerweile etabliert, jedoch bringt sie auch einige Nachteile mit sich, die nicht vernachlässigt werden sollten.

Achtung beim Einsatz der 1:1 Ansicht

Im Regelfall denken die wenigsten Amateur-Fotografen darüber nach, was eigentlich genau bei der Nachbearbeitung passiert, wenn die 1:1 Ansicht verwendet wird. Wenn beim Betrachten der geschossenen Bilder ein Monitor mit FullHD-Auflösung zum Einsatz kommt, liegt die Auflösung bei circa zwei Megapixeln. Wurden die Fotos mit einer Kamera geschossen, die mit 24 Megapixeln arbeitet, so kann auf dem Bildschirm bei der 1:1 Ansicht lediglich ein Zwölftes des gesamten Bildes dargestellt werden. Wird das Foto auf die Vollbildschirm-Ansicht verkleinert, so ist es nur noch 1/12 so gross wie es im natürlichen Zustand wäre. Dadurch entsteht natürlich eine verzerrte Wahrnehmung, die eben nur sehr bedingt zur Evaluierung der geschossenen Bilder eingesetzt werden sollte. Am besten ist dies mit einem Kinobesuch zu vergleichen: Die Zuschauer in der letzten Reihe haben einen ganz anderen Eindruck vom Bild als jemand, der ganz vorne sitzt.

Ein weiteres Problem bei der 1:1 Ansicht sind die immer grösser werdenden Megapixel-Zahlen, denn während Fotografen bei kleineren Auflösungen in der Ansicht tatsächlich noch Wackler bei einzelnen Pixeln sinnvoll begutachten können, sind einzelne Pixel bei höheren Auflösungen weniger relevant. Profis wie sie bei fotoschule-baur.ch zu finden sind, wissen um dieses Phänomen und versuchen deshalb nicht jeden einzelnen Pixel zu bewerten sondern eben das Gesamtbild einzuschätzen. Anfänger hingegen lassen sich oftmals von Kleinigkeiten stören und bearbeiten oder löschen Bilder, die eigentlich in Ordnung waren. Hinzu kommt die Tatsache, dass bei der 1:1 Ansicht selbst schwächere Kameras von Smartphones gute Bilder schaffen, während die teuren Spiegelreflexkameras im Vergleich hinten anstehen würden – was ein weiterer Beweis für den bedingten Nutzen dieser Ansicht ist.

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