Eine etwas ungewöhnliche Methode um Fotos zu machen ist die sogenannte Froschperspektive, bei der der Fotograf in die Hocke geht und versucht mit der Kamera so weit wie möglich von unten ein Bild zu schiessen. Dabei wird ein leichter Winkel nach oben gewählt, um so die Perspektive eines Frosches nachzuahmen – klingt zunächst etwas komisch, garantiert aber ungewöhnliche Ergebnisse, die tatsächlich überzeugen können. Dafür lohnt es sich auch die etwas unbequeme Position einzunehmen und sich ein wenig lächerlich zu machen.

Eine ungewöhnliche Perspektive

Das wirklich überzeugende an dieser speziellen Haltung ist, dass die Bilder, die so erstellt werden, einen höchst dramatischen Effekt bekommen. So sorgt diese Perspektive zum Beispiel dafür, dass Menschen wie Riesen wirken und dadurch kräftiger und stärker dargestellt werden, als sie wirklich sind. Selbst Kinder werden so überproportional gezeigt und wer diesen Effekt noch verstärken möchte, der kann sich auch direkt auf den Bauch legen und ein wenig nach oben fotografieren. Doch natürlich eignet sich diese Haltung nicht nur für Portrait-Fotos, auch bei Landschaftsbildern können so klassische Motive ungewöhnlich dargestellt werden: Wolken zum Beispiel wirken um ein vielfaches dramatischer und wirkungsvoller, vor allem wenn in der Kombination mit der Froschperspektive ein Weitwinkelobjektiv verwendet wird. Dabei sollte allerdings entsprechende Kleidung getragen werden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Fotograf ein wenig dreckig macht, ist ziemlich hoch.

Die einfache Änderung der Perspektive zeigt sich besonders deutlich, wenn einzelne Bäume auf Feldern abgelichtet werden: Wird die Froschperspektive genutzt, so liegt die Baumkrone im Regelfall klar über dem Horizont, während sie bei einem Foto im Stehen klar unter dem Horizont liegen würde. So wird der Baum „freigestellt“ und es entsteht eine ganz andere Emotion im Bild. Ausserdem wirken die Strukturen im Boden wesentlich dominanter und während sie bei den meisten „normalen“ Bildern gar nicht auffallen würden, bringt die spezielle Positionierung der Kamera eine vollkommen andere Sicht mit sich. Gleiches gilt übrigens bei der Fotografie von Autos, Zügen oder anderen Vehikeln, die ebenfalls imposanter wirken – vor allem bei Werbefotos kommt dieser kleine Trick immer wieder zum Einsatz.